Bundesliga-Gründung

Bundesliga
1963/64 1964/65 1965/66 1966/67 1967/68 1968/69 1969/70 1970/71 1971/72 1972/73
1973/74 1974/75 1975/76 1976/77 1977/78 1978/79 1979/80 1980/81 1981/82 1982/83
1983/84 1984/85 1985/86 1986/87 1987/88 1988/89 1989/90 1990/91 1991/92 1992/93
1993/94 1994/95 1995/96 1996/97 1997/98 1998/99 1999/00 2000/01 2001/02 2002/03
2003/04 2004/05 2005/06 2006/07 2007/08 2008/09 2009/10  

Saison Meister Vizemeister Finale
1902/03 VfB Leipzig DFC Prag 7:2 (1:1)
1903/04 Britannia 92 Berlin / VfB Leipzig abgesagt
1904/05 Union 92 Berlin Karlsruher FV 2:0 (1:0)
1905/06 VfB Leipzig 1. FC Pforzheim 2:1 (1:1)
1906/07 Freiburger FC Viktoria 89 Berlin 3:1 (1:1)
1907/08 Viktoria 89 Berlin Stuttgarter Kickers 3:1 (1:0)
1908/09 Phönix Karlsruhe Viktoria 89 Berlin 4:2 (2:1)
1909/10 Karlsruher FV Holstein Kiel n.V. 1:0 (0:0, 0.0)
1910/11 Viktoria 89 Berlin VfB Leipzig 3:1 (1:0)
1911/12 Holstein Kiel Karlsruher FV 1:0 (0:0)
1912/13 VfB Leipzig Duisburger SpV 3:1 (2:0)
1913/14 SpVgg Fürth VfB Leipzig n.V. 3:2 (1:0, 1:1)
1914/15 Keine Meisterschaft wegen des Ersten Weltkriegs
1915/16
1916/17
1917/18
1918/19
1919/20 1. FC Nürnberg SpVgg Fürth 2:0 (1:0)
1920/21 1. FC Nürnberg Vorwärts 90 Berlin 5:0 (3:0)
1921/22 Hamburger SV
(vom DFB entzogen)
1. FC Nürnberg n.V. 2:2 (1:2, 2:2)
n.V. 1:1 (0:0, 1:1)
1922/23 Hamburger SV Union Oberschönewalde 3:0 (1:0)
1923/24 1. FC Nürnberg Hamburger SV 2:0 (1:0)
1924/25 1. FC Nürnberg FSV Frankfurt n.V. 1:1 (0:0, 0:0)
1925/26 SpVgg Fürth Hertha BSC Berlin 4:1 (3:1)
1926/27 1. FC Nürnberg Hertha BSC Berlin 2:0 (1:0)
1927/28 Hamburger SV Hertha BSC Berlin 5:2 (3:1)
1928/29 SpVgg Fürth Hertha BSC Berlin 3:2 (1:1)
1929/30 Hertha BSC Berlin Holstein Kiel 5:4 (3:3)
1930/31 Hertha BSC Berlin TSV 1860 München 3:2 (1:2)
1931/32 Bayern München Eintracht Frankfurt 2:0 (1:0)
1932/33 Fortuna Düsseldorf FC Schalke 04 3:0 (1:0)
1933/34 FC Schalke 04 1. FC Nürnberg 2:1 (0:0)
1934/35 FC Schalke 04 VfB Stuttgart 6:4 (3:0)
1935/36 1. FC Nürnberg Fortuna Düsseldorf n.V. 2:1 (1:1, 1:1)
1936/37 FC Schalke 04 1. FC Nürnberg 2:0 (1:0)
1937/38 Hannover 96 FC Schalke 04 n.V. 3:3 (0:2, 3:3)
n.V. 4:3 (1:1, 3:3)
1938/39 FC Schalke 04 Admira Wien 9:0 (4:0)
1939/40 FC Schalke 04 Dresdner SC 1:0 (1:0)
1940/41 Rapid Wien FC Schalke 04 4:3 (0:2)
1941/42 FC Schalke 04 First Vienna FC 2:0 (2:0)
1942/43 Dresdner SC FV Saarbrücken 3:0 (0:0)
1943/44 Dresdner SC LSV Hamburg 4:0 (1:0)
1944/45 Keine Meisterschaft wegen des zweiten Weltkriegs
1945/46
1946/47
1947/48 1. FC Nürnberg 1. FC Kaiserslautern 2:1 (2:0)
1948/49 VfR Mannheim Borussia Dortmund n.V. 3:2 (0:1, 2:2)
1949/50 VfB Stuttgart Kickers Offenbach 2:1 (2:0)
1950/51 1. FC Kaiserslautern Preußen Münster 2:1 (0:0)
1951/52 VfB Stuttgart 1. FC Saarbrücken 3:2 (2:1)
1952/53 1. FC Kaiserslautern VfB Stuttgart 4:1 (1:0)
1953/54 Hannover 96 1. FC Kaiserslautern 5:1 (1:1)
1954/55 Rot-Weiß Essen 1. FC Kaiserslautern 4:3 (3:1)
1955/56 Borussia Dortmund Karlsruher SC 4:2 (2:1)
1956/57 Borussia Dortmund Hamburger SV 4:1 (3:1)
1957/58 FC Schalke 04 Hamburger SV 3:0 (2:0)
1958/59 Eintracht Frankfurt Kickers Offenbach n.V. 5:3 (2:2, 2:2)
1959/60 Hamburger SV 1. FC Köln 3:2 (0:0)
1960/61 1. FC Nürnberg Borussia Dortmund 3:0 (2:0)
1961/62 1. FC Köln 1. FC Nürnberg 4:0 (2:0)
1962/63 Borussia Dortmund 1. FC Köln 3:1 (1:0)

Folgende Vereine heißen heute anders als zum Zeitpunkt der Finalteilnahme:
1. FC Pforzheim = 1. CfR Pforzheim
VfB Leipzig* = 1. FC Lokomotive Leipzig
FV Saarbrücken = 1. FC Saarbrücken
Union Oberschöneweise = 1. FC Union Berlin
Admira Wien = Admira Wacker Mödling
Britannia 92 Berlin = Berliner SV 92
Union 92 Berlin* und Vorwärts 90 Berlin = Blau-Weiß Berlin
Duisburger SpV = Eintracht Duisburg
Phönix Karlsruhe* = Karlsruher SC
SpVgg Fürth* = SpVgg Greuther Fürth


Nicht mehr existieren tun:
DFC Prag, LSV Hamburg

Aus heute nicht mehr zu Deutschland gehörigen Gebieten kommen:
DFC Prag (Tschechien), Admira Wien, First Vienna FC, Rapid Wien* (alle Österreich)


Nie in der Bundesliga spielende Finalteilnehmer sind:
1. CfR Pforzheim, 1. FC Union Berlin, Admira Wien,
Berliner SV 92, DFC Prag, Dresdner SC*,
Eintracht Duisburg, First Vienna FC, Freiburger FC*,
FSV Frankfurt, Holstein Kiel*, Karlsruher FV*,
LSV Hamburg, Rapid Wien*, SpVgg Greuther Fürth*,
Viktoria 89 Berlin*, VfR Mannheim*

Mit einem Sternchen versehene Vereine wurden Deutscher Meister

Bundesliga
Mit 103 Stimmen bei 129 Wahlberechtigten entschied sich am 28. Juli 1962 auf dem DFB-Bundestag die Einführung der Bundesliga, welche zur Saison 1963/64 erstmal ausgetragen werden sollte. Damit war gleichzeitig auch klar, dass die Spielzeit 1962/63, die einige Wochen nach dem DFB-Bundestag gestartet ist, die letzte Saison mit einem Endspiel um die Deutsche Meisterschaft und auch die letzte Oberliga-Spielzeit sein sollte, die damit auch mitentscheidend für die Teilnehmer an der ersten Bundesliga-Spielzeit war. Qualifizieren für die Bundesliga durften sich 16 Vereine, Abgabefrist für die Bewerbungen der Vereine war der 1. Dezember 1962.
Von 74 Erstligisten reichten 46 ihre Bundesliga-Bewerbung fristgerecht ein. Die ersten neun Bundesliga-Vereine wurden am 11. Januar 1963 bekanntgegeben, wobei gleichzeitig 15 Vereinen Absagen erteilt wurden und sich zwei freiwillig zurückzogen. Aus dem Pool der übrig gebliebenen 20 Vereine wurden am 6. Mai 1963 die restlichen sieben Bundesliga-Teilnehmer ernannt.
Die Zeit der Bundesliga
siehe hier

Die Anfängszeit (1903 bis 1919)
Über englische Einwanderer kam der Fußball Ende der Neunziger Jahre des 19. Jahrhunderts nach Deutschland, wo im Jahre 1900 der Deutsche Fußball-Bund ins Leben gerufen wurde; damals mit 86 Gründervereinen (zum Vergleich: Heute zählt der DFB um die 26.000 Mitgliedsvereine). Drei Jahre später, im Anschluss an die Saison 1902/03, wurde erstmals eine Deutsche Meisterschaft ausgespielt – qualifiziert dafür waren ursprünglich die Meister der lokalen Fußballverbände, die dem DFB untergeordnet waren, jedoch nahmen aus Finanzgründen nur sechs Vereine dieses Privileg wahr. Ausgetragen wurde das Finale in Altona vor ungefähr 1000 Zuschauern; erster Meister der deutschen Fußballgeschichte wurde der VfB Leipzig, der das Endspiel mit 7:2 gegen den Deutschen FC Prag gewann.
In der darauffolgenden Spielzeit gab es schon die ersten Unstimmigkeiten zwischen den Durchführungsbestimmungen der Endrunde und der tatsächlichen Austragung: Weil der DFB ursprünglich die Ansetzung der Spiele an neutralen Spielorten geplant hat, sich selbst aber nicht an diese Vorgabe hielt, protestierte der Karlsruher FV gegen sein Ausscheiden, nachdem er in Berlin gegen den Berliner Verein Britannia unterlegen war. Der DFB annullierte daraufhin den gesamten Wettbewerb und sagte das Finalspiel ab.
In den anschließenden Jahren fanden die Endrunden wie geplant statt. Als Hochburg entwickelten sich in erster Linie Leipzig, Karlsruhe und Berlin, dessen Vereine in der Summe die meisten Erfolge feiern konnten. Bis zur Spielpause während des Ersten Weltkriegs wurden zwölf Endrunden ausgetragen (die abgebrochene im Jahre 1904 mitgezählt), Rekordmeister zu diesem Zeitpunkt war der VfB Leipzig mit drei Triumphen und weiteren zwei Finalniederlagen, während ansonsten nur Viktoria 89 Berlin mehr als eine Meisterschaft gewinnen konnte. Die Endrunde im Anschluss an die Spielzeit 1913/14 war die letzte vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs – anschließend gab es fünf Jahre lang nur noch lokale Wettbewerbe, ohne dass ein Deutscher Meister ausgespielt wurde.

Die Zwischenkriegszeit (1920 bis 1933)
Erster Meister nach dem Weltkrieg wurde der 1. FC Nürnberg im Jahre 1920, der auch als erster Deutscher Meister der Geschichte ein Jahr später den Meisterpokal verteidigen konnte. Der dritte Titel in Folge gelang jedoch nicht, da der Hamburger SV 1922 im Finale ein ebenbürtiger Gegner für die Franken war: Das erste Endspiel musste nach 189 Minuten in der Verlängerung wegen der einsetzenden Dunkelheit abgebrochen werden (Elfmeterschießen gab es damals noch nicht), ohne dass ein Sieger feststand – also musste ein Wiederholungsspiel herhalten, das nach zwei Platzverweisen und zwei Verletzungen von Nürnberger Spielern in Minute 105 abgebrochen wurde, da die Nürnberger nur noch sieben Mann auf dem Platz hatten und ein Spiel damals nur mit acht bei einer Mannschaft auf dem Platz stehenden Spielern ausgetragen werden durfte. Der DFB erklärte den HSV zum Sieger, ruderte nach einem Protest des FCN jedoch zurück und zwang den Hamburger SV dazu, offiziell auf seinen Titel zu verzichten. So gibt es rechtlich gesehen im Jahre 1922 keinen Deutschen Meister, allerdings wird oftmals der HSV als Titelträger dieses Jahres angesehen.
Der HSV rehabilitierte sich übrigens gut von dem Verlust des Titels, denn ein Jahr später gelang doch noch die Deutsche Meisterschaft. Dennoch täuscht das nicht darüber hinweg, dass es ganz klar die Jahre des 1. FC Nürnberg waren, der drei der nächsten vier Meisterschaften gewann und damit neuer Rekordmeister wurde, womit der VfB Leipzig entgültig als Fußballgroßmacht abgelöst wurde. Als Nürnbergs Zeit dann gegangen war, erhob sich ein anderer Verein aus dem Frankenland, nämlich Erzrivale SpVgg Fürth, der zu einer der spielstärksten Mannschaften des Deutschen Reichs wurde und zwei Meisterschaften gewann. Einen Rekord für die Ewigkeit hält wiederum ein anderer Verein: Hertha BSC Berlin qualifizierte sich sechs Saisons in Folge, nämlich von 1926 bis 1931, für das Meisterschaftsfinale, was vor und nach ihnen kein anderer Verein schaffte – ebenfalls nicht die vier Endspielniederlagen von 1926 bis 1929 in Serie. Im Jahre 1932 übrigens wurde ein gewisser FC Bayern München Deutscher Meister – der einzige Titelgewinn der „Bayuwaren“ vor Einführung der Bundesliga. Bis zu dieser waren die Bayern eben noch ein ganz normaler, sympathischer Verein, wie so viele andere auch.

Die Gauliga-Zeit (1934 bis 1947)
Zu dieser Zeit tat sich auch im Deutschen Reich etwas: Die Nationalsozialisten übernahmen das Sagen und diktierten reichsweit das Geschehen, so auch im Sport und im Speziellen im Fußball, wo die neue Führung die Gauligen aus der Taufe erhob. In den Jahrzehnten zuvor gab es über das gesamte Reich verteilt unzählige Ligen mit um die 500 Erstligisten. Die Besten dieser Ligen qualifizierten sich am Ende der Saison für die Meisterschaftsendrunde, wobei in einigen Regionen sogar noch Regionalausscheidungsspiele stattfinden mussten. Die Gauligen vereinfachten das ganze Prozedere etwas, indem es nunmehr noch übersichtliche 16 erste Ligen im Reich gab, dessen Sieger in der Endrunde antreten durften.
Bei Weitem erfolgreichste Mannschaft Deutschlands war in der Zeit der Gauligen der FC Schalke 04, der sechs Mal in den elf Gauliga-Spielzeiten Deutscher Meister werden sollte und mit dem sechsten Titel 1942 zudem in der Bestenliste mit dem 1. FC Nürnberg gleichzog. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Gauligen allerdings lange nicht mehr ihren heute so bekannten Namen: Obwohl die Ligen in Archiven im Regelfall in allen elf Saisons als Gauliga bezeichnet werden, hießen sie offiziell seit der Spielzeit 1939/40 „Sportbereichsklasse“ – den Nazis kam das Wort „Liga“ zu Englisch, also ausländisch, vor, weswegen sie kurzerhand in einem Anflug von Nationalstolz den selbst ausgewählten Namen für die Gauligen änderten und sie in Sportbereichsklasse umbenannten, wie diese Ligen bis zu ihrer Auflösung heißen sollten.
Während des zweiten Weltkrieges wurde in Deutschland der Spielbetrieb aufrecht erhalten, erst mitten in der Saison 1944/45 wurde er unterbrochen. In den beiden darauffolgenden Saisons gab es zwar wieder Fußballspiele im geteilten Deutschland, jedoch noch keine Meisterschaftsendrunde; diese wurde erst wieder 1948 ausgetragen, womit es drei Jahre lang keinen Deutschen Meister gab.

Die Oberliga-Zeit (1948 bis 1963)
Nach dem Weltkrieg wurden in Westdeutschland die Oberligen gegründet. Anfangs gab es nur im Süden und Südwesten eine solche; zur Saison 1947/48, als erstmals wieder eine Endrunde geplant war, wurde diese auch im Norden und Westen eingeführt. Im durch die neugegründete DDR abgeschnitten Westberlin wurde der Spielbetrieb durch eine Stadtliga gewährleistet. Da es nun nur noch fünf erstklassige Ligen im westdeutschen Ligasystem gab, sank auch dementsprechend die Anzahl der Erstligisten. Gab es vor Einführung der Gauligen noch um die 500 erstklassige Vereine, wurde die Zahl in der Zeit des Nationalsozialismus mehr als halbiert und sank nun auf nur noch circa 80 Klubs.
Die erste Nachkriegssaison gewann wie schon 1920 der 1. FC Nürnberg, der damit den siebten Titel errang und wieder alleiniger Rekordmeister wurde. In den Folgejahren konnte sich kein Verein entscheidend von den anderen Klubs absetzen, womit es Jahr für Jahr unterschiedliche Meister gab (bis auf 1956 und 1957, als es jeweils Borussia Dortmund schaffte), was diese Zeit zur abwechslungsreichsten Zeit des deutschen Fußballs seit dem ersten Weltkrieg machte. Nachdem sich zwischenzeitlich der VfB Stuttgart, der 1. FC Kaiserslautern und wie oben erwähnt Dortmund in die Meisterschale eingravieren ließen, gewann 1958 der FC Schalke wieder die Meisterschaft, was ihn in der Bestenliste mit Nürnberg erneut gleichziehen ließ – drei Jahre später jedoch holten die Franken erneut den Titel und gingen damit als Rekordmeister in die 1963 neugegründete Bundesliga. Letzter Meister der Oberliga-Zeit wurde 1963 Borussia Dortmund, das im letzten Endspiel der deutschen Fußballgeschichte den 1. FC Köln mit 3:1 schlug. Mit Einführung der landesweiten Bundesliga erübrigte sich die Fortführung eines Endspiels, da der deutsche Meister seitdem Jahr für Jahr in einer einzigen Liga ermittelt wird.

Eine landesweite Liga
Gespräche über eine landesweite Liga gab es schon weit vor Einführung der Bundesliga. Als in den Dreißigern nahezu alle größeren europäischen Fußballländer ihre eigenen ersten Ligen hatten und Deutschland noch auf unzählige lokale Staffeln angewiesen war, kam der damalige DFB-Präsident Felix Linnemann auf die Idee einer landesweiten Reichsliga. Im Jahre 1932 wurde dieses Anliegen von den Regionalverbänden aufgrund einer Stimmmehrheit jedoch abgelehnt und ein Jahr später stattdessen die Gauligen gegründet.
Nach dem zweiten Weltkrieg entbrannte erneut eine Diskussion über eine Bundesliga in Westdeutschland, zumal in der DDR schon kurz nach Ende des Krieges eine DDR-weite Liga gegründet wurde. Wie schon 1932 scheiterte die Bundesliga-Einführung 1958 aber an den regionalen und lokalen Verbänden. Nachdem in den folgenden Jahren merklich wurde, dass die deutschen Vereine in den internationalen Wettbewerben erfolglos blieben und zudem die Nationalmannschaft nach dem WM-Gewinn 1954 an Qualität verlor, wurde auf Initiative des neuen DFB-Präsidenten Hermann Neuberger erneut eine Bundesliga-Gründung in Aussicht gestellt, um die Kräfte im deutschen Fußball zu bündeln, damit man international wieder konkurrenzfähig sein konnte. 1962 beschlossen die Delegierten des DFB-Ausschusses dann endlich die Einführung der Liga – mehr als dreißig Jahre nach den ersten Ideen einer Reichsliga und über 70 Jahre nach der Gründung der ersten englischen Liga.
Oberliga-Saison 1962/63 (vor Einführung der Bundesliga)
Platz Oberliga Nord Oberliga West Oberliga Südwest Oberliga Süd Berliner Stadtliga
1. Hamburger SV 1. FC Köln 1. FC Kaiserslautern TSV 1860 München Hertha BSC Berlin
2. Werder Bremen Borussia Dortmund Borussia Neunkirchen 1. FC Nürnberg Tasmania Berlin
3. Eintracht Braunschweig Meidericher SV FK Pirmasens Bayern München Tennis Borussia Berlin
4. VfR Neumünster Preußen Münster Wormatia Worms Eintracht Frankfurt Spandauer SV
5. Holstein Kiel Alemannia Aachen 1. FC Saarbrücken Karlsruher SC Hertha Zehlendorf
6. FC St. Pauli FC Schalke 04 Sportfreunde Saarbrücken VfB Stuttgart Wacker Reinickendorf
7. VfL Osnabrück Schwarz-Weiß Essen Ludwigshafener SC Kickers Offenbach Berliner FC Südring
8. VfV Hildesheim Viktoria Köln TuRa Ludwigshafen TSG Ulm 1846 Berliner SV 92
9. Hannover 96 Bayer Leverkusen SV Saar 05 Saarbrücken SpVgg Fürth Berliner FC Viktoria
10. Arminia Hannover Rot-Weiß Oberhausen TuS Neuendorf Hessen Kassel SC Tegel
11. ASV Bergedorf 85 Borussia Mönchengladbach VfR Frankenthal 1. FC Schweinfurt 05 Die Berliner Stadtliga galt nicht als Oberliga, wird aber oft so genannt, da sie ebenfalls erstklassig war und einen Teilnehmer an der Endrunde stellte. Es gab offiziell also nur vier Oberligen in Deutschland vor der Einführung der Bundesliga 1963.
12. VfB Oldenburg Hamborn 07 1. FSV Mainz 05 VfR Mannheim
13. Bremerhaven 93 Fortuna Düsseldorf VfR Kaiserslautern Bayern Hof
14. Concordia Hamburg Westfalia Herne BSC Oppau SSV Reutlingen
15. Altonaer FC 93 Wuppertaler SV Eintracht Bad Kreuznach Schwaben Augsburg
16. VfB Lübeck TSV Marl-Hüls SV Niederlahnstein BC Augsburg
zugelassener Verein (11.01.1963, 06.05.1963), abgelehnter Verein (11.01.1963, 06.05.1963), zurückgezogener Verein (um den 11.01.1963), nicht gemeldeter Verein.

Zwölfjahreswertung [zurück]
Nachdem am 28. Juli 1962 die Bundesliga aus der Taufe gehoben wurde, war natürlich ganz Fußball-Deutschland auf die Qualifikationsregularien zur ersten Saison gespannt. Am 6. Oktober desselben Jahres wurde schließlich das Konzept der Zwölfjahreswertung veröffentlicht, welche die Ergebnisse aller Vereine der letzten zwölf Spielzeiten zusammenfassen würde und damit einen Richtwert zur Stärke eines Vereins ermitteln sollte. Damit wurde auch gleichzeitig entschieden, dass die Abschlussplatzierungen der Vereine am Ende der Saison 1962/63 nicht allein für die Bundesliga-Teilnahme entscheidend sein sollten.
Die Zwölfjahreswertung berücksichtigte die zwölf Spielzeiten von 1951/52 bis 1962/63 (wobei letztere natürlich noch nicht beendet war, als die Regularien der Wertung bekanntgegeben wurden) und galt als mitentscheidender Faktor für die Aufnahme zur Bundesliga – neben Infrastruktur und der Abschlussplatzierung der letzten Saison. Zur Errechnung der Wertung wurden jedem Verein bestimmte Punktwerte für Erfolge in den zwölf gewerteten Saisons vergeben: Jeder Verein erhielt für den ersten Platz in einer der fünf Erstliga-Staffeln 16 Punkte, der Zweitplatzierte erhielt 15, der Dritte 14 und so weiter. Für die ersten vier Saisons wurden diese Werte einmal gezählt, für die zweiten vier Saisons doppelt und für die letzten vier gar dreifach. Zudem gab es für jede Erstligasaison noch drei Bonuspunkte extra, hier jedoch unabhängig davon, wann die Saisons gespielt wurden.
Weitere Bonuspunkte gab es für das Erreichen der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft, die praktischerweise seit 1952 immer gleich ausgetragen wurde: Am Anfang jeder Endrunde gab es zwei Gruppen mit je vier Vereinen, dessen Gruppensieger für die Zwölfjahreswertung acht, die Zweiten sechs, die Dritten vier und die Letzten immerhin noch zwei Punkte erhielten. Nach den Gruppenphasen qualifizierten sich die beiden Tabellenersten für das Finale – für die Zwölfjahreswertung bedeutete der Sieg dieses Finales und damit verbunden die Deutsche Meisterschaft 20 Punkte plus, für den unterlegenen Endspielgegner gab es deren zehn. Selbiges galt auch für den DFB-Pokal: Der Sieger bekam 20, der verlierende Finalist zehn Zähler für die Wertung. Zu beachten ist zudem noch, dass Endrunden- und Pokal-Punkte der Spielzeit 1962/63 nicht mehr vergeben wurden, da die Bundesligisten vor Beginn der Meisterschaftsendrunde ernannt werden sollten. Vereine, die in der Zwölfjahreswertung höchstens 50 Punkte voneinander entfernt lagen, wurden vom DFB als gleichwertig angesehen, so dass in diesem Fall die Endplatzierung der Saison 1962/63 die Entscheidung bringen sollte.
Ein Ausschuss aus sechs Köpfen wurde vom DFB zur Wahl der Bundesligisten eingesetzt; Ludwig Franz (Präsident des 1. FC Nürnberg) war der Vorsitz der Gruppe. Walter Baresel (Leiter des Spielausschusses des Norddeutschen Fußballverbandes), Rudi Gramlich (Präsident von Eintracht Frankfurt), Willi Hübner (Essen, Verein und Vereinsfunktion sind jedoch unbekannt), Franz Krämer (Präsident des 1. FC Köln) und Hermann Neuberger (Vorsitzender des Saarländischen Fußballverbandes) waren die anderen fünf Ausschussmitglieder. Eine Woche nach Abgabefrist der Bundesliga-Bewerbungen wurden die Startplätze der zukünftigen Bundesligisten der Oberliga-Staffeln festgelegt, zudem galten die Meister der fünf Oberliga-Staffeln sowie die Finalisten des Endspiels um die Meisterschaft als direkt für die Bundesliga qualifiziert. Die ersten neun Bundesligisten wurden am 11. Januar 1964 bekanntgegeben, wobei im gleichen Atemzug 15 Vereinen eine frühzeitige Absage erteilt wurde. Die restlichen sieben Vereine standen am 6. Mai fest.
Oberliga Nord (Drei Bundesligisten)
Hamburger SV 518 Dem Gebiet der Oberliga Nord wurden vom DFB drei Bundesliga-Plätze zugestanden, für die sich insgesamt acht Klubs bewarben, was exakt die Hälfte der dortigen Oberligisten darstellte. Am 11. Januar 1964 wurden vom DFB-Ausschuss die ersten beiden Nord-Vereine für die neue Bundesliga bekanntgegeben, dies waren der HSV und Werder Bremen. Der Hamburger SV war in der Zwölfjahreswertung unangefochtener Spitzenreiter, hatte zudem von allen Vereinen aller Oberligen die meisten Punkte gesammelt, womit diese Entscheidung zu erwarten war und nicht verwunderte. Bremen als Zweiter der Wertung stand ebenfalls nicht zur Debatte, zumal der Wertungsdritte mehr als 50 Punkte hinter Bremen stand und Bremen und Hamburg in der Oberliga zu diesem Zeitpunkt gleichauf mit großem Punktevorsprung um den Oberliga-Titel spielten. Eine Absage erhielt dagegen frühzeitig Arminia Hannover, obwohl der Klub – im Tabellenmittelfeld stehend – deutlich vorm Lokalrivalen und Tabellenvorletzten Hannover 96 stand.
Von den übrigen fünf Vereinen, die zu allem Überfluss in der Zwölfjahreswertung aufgrund des geringen Punkteabstandes auch noch als gleichwertig eingestuft wurden, konnte sich also nur noch ein Verein für die Bundesliga qualifizieren. Kiel und St. Pauli starben dabei den geographiepolitischen Tod, da Niedersachsen als deutlich größtes norddeutsches Bundesland unbedingt in der Bundesliga vertreten sein sollte und Kiel und St. Pauli nicht in Niedersachsen liegen. Die Paulianer scheiterten zudem an der Tatsache, dass sie aus Hamburg kommen und nur ein Verein aus einer Stadt in der ersten Bundesliga-Saison spielen sollte. Für Eintracht Braunschweig entschied schlussendlich die Endplatzierung in der Tabelle, wo Braunschweig Rang drei erreichen sollte. Der Dritte der Wertung, Osnabrück, wurde abgelehnt, weil er wirtschaftlich instabiler als die Eintracht gewesen sein soll, während Hannover 96 aufgrund der schlechten Saisonleistung nicht in Frage kam, da sie nur Neunter wurden.
Werder Bremen 396
VfL Osnabrück 313
Hannover 96 309
FC St. Pauli 303
Holstein Kiel 294
Eintracht Braunschweig 276
Arminia Hannover 103
Oberliga West (Fünf Bundesligisten)
1. FC Köln 466 Mit 15 von 16 Vereinen hatte die Oberliga West den höchsten Anteil an potentiellen Bundesligisten aller Oberligen; lediglich der TSV Marl-Hüls, der am Saisonende folgerichtig Letzter wurde, beantragte keine Lizenz für die neue Liga. Da die Oberliga West, welche exakt das Gebiet Nordrhein-Westfalens einnahm, als besonders starke Oberliga galt, wurden ihr fünf Bundesliga-Plätze eingeräumt. Als die ersten neun Bundesligisten im Januar bekanntgegeben wurden, waren dabei auch drei Westvereine, und zwar verständlicherweise die drei Klubs mit den mit Abstand höchsten Punkten in der Zwölfjahreswertung: Köln, Dortmund und Schalke. Der 1. FC Köln und Borussia Dortmund sollten am Saisonende auch das Endspiel um die Meisterschaft bestreiten, was die gute Wahl indirekt damit bestätigte. Während der Wuppertaler SV, zu diesem Zeitpunkt und auch am Saisonende Tabellenvorletzter der Liga, freiwillig seine Bewerbung zurückzog, wurden vier weitere Vereine vom DFB-Ausschuss kategorisch ausgeschlossen. Dies traf Hamburg 07 und Viktoria Köln, das durch die Qualifikation des 1. FC Köln ohnehin keine Chancen mehr auf die Teilnahme gehabt hätte, da nur ein Verein aus einer Stadt aufgenommen werden sollte, sowie Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach, die beide ironischerweise mittlerweile zum festen Inventar der Bundesliga gehören, vor Bundesliga-Einführung allerdings noch keine herausragenden Vereine und in der Zwölfjahreswertung der Oberliga West im unteren Drittel zu finden waren.
Nach Köln, Dortmund und Schalke fehlten also noch zwei Vereine, um das Soll von fünf Westvereinen in der Bundesliga erreichen zu können. Am Ende schafften es Preußen Münster und der Meidericher SV, der heute als MSV Duisburg bekannt ist, obwohl beide in der Zwölfjahreswertung hinter der nicht berücksichtigten Alemannia aus Aachen standen, die jedoch weniger als 50 Punkte Vorsprung hatte und damit für den DFB auf einer Stufe mit Münster und Meiderich stand. Fortuna Düsseldorf und Westfalia Herne wurden aufgrund ihrer schlechten Platzierungen in der letzten Saison nicht ausgewählt, die sie im unteren Drittel der Tabelle beendeten, obwohl sie in der Zwölfjahreswertung als gleichwertig mit Münster und Meiderich galten. Gegen Schwarz-Weiß Essen und Rot-Weiß Oberhausen sprachen dagegen die Punkte der Wertung, wo sie nur Plätze in der zweiten Hälfte der Wertungstabelle einnahmen.
Dass am Ende Münster und Meiderich den Zuschlag bekamen und nicht Aachen, lag spekulativ an den politischen Verbandseigenschaften im Westen. Der Westen wird in die Lokalverbände Westfalen, Niederrhein und Mittelrhein aufgeteilt, wobei Westfalen von diesen der deutlich größte ist und dem damit auch mehr Bundesliga-Teilnehmer zustanden. Mittel- und Niederrhein sind jedoch in etwa gleichgroß, weswegen es für unfair gehalten worden wäre, wenn diese Lokalverbände nicht dieselbe Anzahl Vereine an der Bundesliga gestellt hätten. Mit dem 1. FC Köln aus dem Mittelrhein und Dortmund und Schalke, die beide aus Westfalen kommen, gab es nach der Bekanntgabe der ersten Bundesligisten jedoch noch keinen Klub aus dem Verband des Niederrheins, dessen bester Verein der Meidericher SV war, während Alemannia Aachen wie Köln aus der Mittelrhein-Region kommt. Wahrscheinlich aus diesem Grund wurde schlussendlich eine Entscheidung für Meiderich und gegen Aachen gefällt, damit Mittelrhein und Niederrhein gleich viele Vereine in der Bundesliga stellen konnten, während der fünfte Teilnehmer der Oberliga West aus Westfalen kommen sollte, was in Form von Preußen Münster dann auch geschah.
Borussia Dortmund 440
FC Schalke 04 396
Alemannia Aachen 285
Preußen Münster 251
Meidericher SV 250
Fortuna Düsseldorf 225
Westfalia Herne 222
Viktoria Köln 201
Schwarz-Weiß Essen 167
Borussia Mönchengladbach 155
Rot-Weiß Oberhausen 154
Hamborn 07 101
Bayer Leverkusen 88
Wuppertaler SV 52
Oberliga Südwest (Zwei Bundesligisten)
1. FC Kaiserslautern 464 Im Gebiet der Oberliga Südwest gab es nur zwei zu vergebene Bundesliga-Startplätze, für die sich sieben Vereine bewarben. Als klar galt von Vornherein die Absegnung des 1. FC Kaiserslautern für die Bundesliga, der uneinholbar auf Rang eins der Zwölfjahreswertung stand. Umso größer die Überraschung, als im Januar dem 1. FC Saarbrücken der Zuschlag gewährt wurde, der zum damaligen Zeitpunkt auf Rang eins der Südwest-Liga stand. Beim 1. FCK erntete die Entscheidung verständlicherweise große Kritik, zumal Kaiserslautern damit der einzige Verein war, der in der Zwölfjahreswertung seiner Oberliga-Gruppe den ersten Platz belegte, aber nicht schon im Januar als sicherer Teilnehmer zur Bundesliga bekanntgegeben wurde. Abgewiesen dagegen wurden frühzeitig Wormatia Worms und der SV Saar 05, der mit der Aufnahme des 1. FC Saarbrücken keine Möglichkeit zur Teilnahme mehr hatte, da nur ein Verein aus einer Stadt an der ersten Bundesliga-Saison teilnehmen sollte. Die Sportfreunde Saarbrücken zogen ihre Bewerbung sogar ganz zurück, hätten aus dem selben Grund wie der SV Saar 05 jedoch ohnehin nicht an der Liga teilnehmen können.
In der Saison baute der 1. FC Saarbrücken dann ab, verabschiedete sich Ende März vom Titelkampf und landete am Saisonende nur auf dem fünften Rang. Damit war gleichzeitig klar, dass der Meister der Oberliga Südwest, wie die Statuten es vorsahen, der zweite Teilnehmer an der Bundesliga aus dieser Region sein sollte. Die Meisterschaft gewann schlussendlich Kaiserslautern, das damit ebenfalls die Qualifikation zur Bundesliga schaffte. Der FK Pirmasens und Borussia Neunkirchen, die in der Abschlussplatzierung vor Saarbrücken standen und in der Zwölfjahreswertung als gleichwertig mit dem FCS gewertet wurden, blieben somit auf der Strecke.
1. FC Saarbrücken 384
FK Pirmasens 382
Borussia Neunkirchen 376
Wormatia Worms 278
SV Saar 05 Saarbrücken 229
Sportfreunde Saarbrücken 160
Oberliga Süd (Fünf Bundesligisten)
1. FC Nürnberg 447 Der Oberliga Süd, welche die Bundesländer Hessen, Baden-Württemberg und Bayern umfasste, wurden fünf Startplätze für die Bundesliga zugeschrieben, wogegen der Süddeutsche Verband sogar Einspruch erhebte, da er sieben Startplätze wollte, was dem DFB jedoch missfiel. Für die fünf Plätze bewarben sich 13 Vereine; lediglich die TSG Ulm 1846, der SSV Reutlingen und der BC Augsburg liebäugelten nicht mit einer Bundesliga-Teilnahme.
Im Januar wurden mit dem 1. FC Nürnberg und Eintracht Frankfurt die ersten beiden der Zwölfjahreswertung vorzeitig in die Bundesliga aufgenommen, was die einzigen Entscheidungen im Süden waren, die nicht umstritten waren. Derweil wurde gleichzeitig der halben Liga eine Absage gegeben – Bayern Hof, Schwaben Augsburg und Hessen Kassel kamen ohnehin kaum mehr für die Bundesliga-Teilnahme in Frage, da sie in der Zwölfjahreswertung die hinteren drei Plätze belegten (die Kassler hatten sogar weniger Punkte in der Wertung als andere anderen Vereine, die die Lizenz für die Bundesliga beantragten) und auch in der aktuellen Liga in der unteren Tabellenhälfte standen, Schwaben Augsburg sogar auf dem letzten Platz. Ebenfalls frühzeitig abgelehnt wurden der 1. FC Schweinfurt 05, sowie der VfR Mannheim und die SpVgg Fürth, die beide nur äußerst knapp hinter 1860 München in der Zwölfjahreswertung standen und damit wegen der 50-Punkte-Regel als gleichstark wie die Sechzger galten. Zudem hatten die abservierten Fürther auch eine ruhmreiche Vergangenheit mit drei Meistertiteln, was viele aufgenommene Vereine nicht vorweisen konnten.
Somit blieben noch fünf Vereine für die restlichen drei Bundesliga-Plätze in Frage und den Zuschlag bekamen schlussendlich unter Anderem der Karlsruher SC und der VfB Stuttgart. Beide Klubs beendeten die letzte Saison nur im oberen Mittelfeld des Tableaus (der VfB stand im Januar sogar noch auf Rang 13 und damit hinter einigen Mannschaften, die zu diesem Zeitpunkt schon von der Bundesliga-Teilnahme ausgeschlossen wurden), besetzten in der Zwölfjahreswertung jedoch den dritten beziehungsweise vierten Rang mit nur geringem Punkteabstand zur Spitze.
Der fünfte Bundesliga-Verein sollte 1860 München werden, da die Sechzger den Titel der Oberliga Süd gewinnen konnten, was trotz dieser Tatsache von den nicht berücksichtigten Offenbachern und Bayern kritisiert wurde, da 1860 in der Wertung weit hinter den Kickers Offenbach und Bayern München stand. Offenbach hatte sogar weniger als 50 Punkte Rückstand auf Karlsruhe und Stuttgart und galt damit als genau so stark wie die beiden in die Bundesliga aufgenommenen Vereine. Bayern München indes stand in der Abschlusstabelle auf dem dritten Rang und damit vor Frankfurt, Karlsruhe und Stuttgart, wurde jedoch nicht aufgenommen, weil es mit 1860 München schon einen anderen Verein aus der Stadt in der Bundesliga gab; zudem wurde den Bayern die sportliche Vergangenheit, die eine Aufnahme in die Bundesliga rechtfertigt hätte, abgesprochen.
Eintracht Frankfurt 420
Karlsruher SC 419
VfB Stuttgart 408
Kickers Offenbach 382
Bayern München 288
TSV 1860 München 229
VfR Mannheim 227
SpVgg Fürth 224
1. FC Schweinfurt 05 185
Bayern Hof 90
Schwaben Augsburg 61
Hessen Kassel 36
Berliner Stadtliga (Ein Bundesligist)
Hertha BSC Berlin 346 Der Berliner Stadtliga wurde ein Bundesliga-Platz zugesprochen, für den sich drei von zehn Vereinen bewarben. Dass Hertha BSC Berlin am Ende diesen Platz bekam, verwundert nicht – war die Hertha doch immerhin Erster der Zwölfjahreswertung und auch Meister der letzten Stadtliga-Saison, im Gegensatz zu den Konkurrenten Tasmania Berlin und Berliner FC Viktoria. Überraschend jedoch ist der Zeitpunkt der Zusage: Der Hertha wurde der Startplatz seltsamerweise zugesprochen, als noch gar nicht feststand, dass Hertha am Saisonende auch Berliner Meister, der sich ja für die Bundesliga qualifizieren sollte, werden würde.
Tasmania Berlin 324
Berliner FC Viktoria 318
 
Proteste [zurück]
Entscheidungen des 11.01.1963   Entscheidungen des 06.05.1963
Aufgrund der hohen Rate an umstrittenen Entscheidungen zur Wahl der Bundesligisten, besteht bis heute noch ein starker Verdacht der Parteilichkeit des Ausschusses, welcher aus sechs Mitgliedern bestand, die teilweise zu den Offiziellen eines späteren Bundesliga-Vereins gehörten. Aufgrund der vorgeworfenen mangelnden Neutralität einiger Auschussmitglieder und unter anderem auch dessen Vorsitzenden erntete der DFB, der den Ausschuss zusammenstellte, oftmals Kritik. Der Ausschuss gab die Bundesligisten wie oben schon mehrmals erwähnt in zwei zeitlich voneinander abgegrenzten Abschnitten preis. Die ersten neun Teilnehmer wurden am 11. Januar bekanntgegeben, die restlichen sieben am 6. Mai 1963, wobei bei denen im Januar zugesagten Vereinen im Regelfall ohnehin jeder die Bundesliga-Teilnahme erwartet hätte.
In einem Falle allerdings gab es große negative Kritik an den Ausschluss, nämlich als der 1. FC Saarbrücken aus dem Südwesten für die Bundesliga-Teilnahme bekanntgegeben wurde. Hier wurde vor allem Hermann Neuberger, der damals Vorsitzender des Saarländischen Fußballverbandes war, vorgeworfen, unbedingt einen saarländischen Verein in der Bundesliga sehen gewollt zu haben, weswegen er dafür gesorgt haben soll, dass Saarbrücken und nicht etwa der 1. FC Kaiserslautern den Zuschlag erhielt. Saarbrücken stand in der Zwölfjahreswertung klar hinter dem uneinholbaren FCK und nur knapp vor Pirmasens und Neunkirchen, die am Ende der Oberliga-Saison sogar vor Saarbrücken landen sollten. Da Kaiserslautern sich schlussendlich als Südwest-Meister ebenfalls für die Bundesliga qualifizierte, blieben Pirmasens und Neunkirchen außen vor. Borussia Neunkirchen ist damit auch der einzige Endrunden-Teilnehmer um die Deutsche Meisterschaft 1963, der sich nicht für die Bundesliga qualifizieren konnte – hätten sie jedoch das Finale erreicht, wäre Neunkirchen übrigens doch dabei gewesen und die Bundesliga mit 18 Vereinen an den Start gegangen.
Auch in Berlin wurde die Entscheidung, Hertha BSC frühzeitig zur Bundesliga zuzulassen, mit Kritik erwidert. Der DFB selbst verfügte, dass alle fünf Erstliga-Meister der Saison 1962/63 die Bundesliga erreichen sollten, erklärte Hertha BSC jedoch schon im Winter zum Bundesliga-Teilnehmer, als dessen Meisterschaft noch lange nicht feststand. Tasmania Berlin legte erfolglos Einspruch gegen diese Entscheidung ein und warf der Hertha Bilanzfälschung vor. Im Endeffekt wurden die Herthaner jedoch sowieso Berliner Meister und erreichten damit ohnehin die Bundesliga.
Die übrigen sieben Vereine, die im Januar für die Bundesliga zugelassen wurden, waren unstrittig – die sieben Klubs, die im Mai das Feld der Bundesliga vervollständigten, lösten jedoch eine Welle der Empörung aus. Im Norden legten die unterlegenen Klubs aus Osnabrück, Hannover, St. Pauli und Kiel allesamt verzweifelt Protest gegen die Entscheidung zugunsten von Eintracht Braunschweig ein, was der DFB jedoch abwies. Noch größere Wellen schlug jedoch die Entscheidung im Westen, wo Münster und Meiderich für die Bundesliga zugelassen wurden, Alemannia Aachen jedoch nicht: In Aachen entwickelte sich ein großer Widerstand gegen die Entscheidung des Ausschusses, denn Aachens Ansicht nach lag der Grund für das Scheitern der Alemannia an den im Ausschuss sitzenden Kölner Präsidenten Franz Krämer, dem vorgeworfen wurde, dass er aus dem Mittelrheinischen Verband nur seine Kölner in der Bundesliga haben wollte und nicht die ebenfalls im Mittelrhein beheimateten Aachener.
Die größten Proteste setzten jedoch nach der Wahl der letzten Bundesligisten in Süddeutschland ein. Vor allem die Aufnahme des Süd-Meisters 1860 München wurde kontrovers aufgenommen: In Offenbach fühlte man sich betrogen, da man in der Zwölfjahreswertung weit vor den Sechzgern stand und fast immer unter den ersten vier Vereinen im Süden zu finden war. Dass ausgerechnet der Präsident des Erzrivalen Eintracht Frankfurt, Rudi Gramlich, im Ausschuss saß, sorgte für Verschwörungstheorien der Offenbacher, weshalb sie nicht in die Bundesliga aufgenommen wurden. Ebenfalls ein Anrecht auf die Bundesliga-Teilnahme sah der FC Bayern, der den DFB dafür kritisierte, dass 1860 München nur wegen seines Titelgewinns in der letzten Saison in die Bundesliga aufgenommen wurde. Zudem waren die Bayern in der Abschlusstabelle auf Rang drei gelandet, also vor den anderen beiden aufgenommenen Vereinen aus Karlsruhe und Stuttgart, welche in der Zwölfjahreswertung jedoch weiten Vorsprung vor den Bayern hatten. Genau wie alle anderen Proteste wurden jedoch auch die der Bayern und Offenbacher abgewiesen.
 
=> Willst du auch eine kostenlose Homepage? Dann klicke hier! <=